Information:

Gemeindeverwaltung Oberstenfeld
Großbottwarer Str. 20
71720 Oberstenfeld
Tel: (0 70 62) 261-0
Fax: (0 70 62) 261-13
E-Mail: info@oberstenfeld.de
 
Land: Baden-Württemberg
Region: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg

Oberstenfeld


Oberstenfeld ist eine moderne und aufgeschlossene Gemeinde mit einer reichen Geschichte und Tradition. Römische und fränkische Siedlungsreste zeugen von einer frühen Besiedlung. Doch bis ins Jahr 1016 schlummerte der Landstrich, als ein Oudalrich im obersten Feld, in Oberstenfeld, ein adliges Chorfrauenstift gründete, das seit dieser Zeit eng mit der Geschichte der Gemeinde Oberstenfeld verknüpft ist. Dieser Oudalrich hatte sich unter den Kaisern Heinrich II und Konrad II immerhin zum Kanzler hochgearbeitet. Das Stift zu Oberstenfeld wurde im Laufe der Jahrhunderte mit reichen Besitzungen ausgestattet, erhielt bald eine dreischiffige Kirche, heute die berühmte Krypta der dann um 1200 gebauten, imposanten romanischen Stiftskirche St. Johannes der Täufer.

Keiner weiß eigentlich so recht, warum dieser bedeutende Stifter Oudalrich gerade im Flecken Oberstenfeld die stattliche Basilika baute, denn zur damaligen Zeit muss man sich das heute so liebliche Tal der Bottwar eher als unwirtliche Sumpflandschaft vorstellen. Aber vielleicht hat bereits Oudalrich und haben auch später die Chorfrauen die überaus reizvolle landschaftliche Lage Oberstenfelds geschätzt. Eingebettet zwischen schattigen Wäldern, saftigen Wiesen und den prägenden Weinbergen schmiegt sich der liebenswürdige Flecken in die Ausläufer der Löwensteiner Berge.

Im Adligen Stift zu Oberstenfeld fanden die begüterten Töchter aus adligem Hause eine standesgemäße Bleibe. Hier lebten sie unter dem Gelübde des Gehorsams und der Keuschheit, mit benediktinischer Armut hatten die Stiftsdamen aber wenig am Hut. Gegessen wurde meist üppig, täglich gab es frisches Bier und der heute als Veranstaltungskeller ausgebaute Stiftskeller unterstreicht durch seine Größe deutlich, dass die Stiftsdamen es auch schätzten, dass an den sonnenverwöhnten Hängen des Bottwartales ein vorzüglicher Tropfen heranwächst. Die Stiftsdamen lebten in eigenen Wohnungen und behielten ihr Eigentum. Ihre Aufgabe in dieser Versorgungseinrichtung für unverheiratete Adelstöchter war es, für das Seelenheil ihrer Angehörigen und Stifter zu beten.
 
1540 wurde das Stift evangelisch, konnte aber seine Eigenständigkeit verteidigen, als der damalige Landesherr Ulrich von Württemberg sich das Stift mit seinen reichen Besitzungen unter den Nagel reißen wollte - zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen.
 
Im Jahre 1803 streifte dann die große Weltpolitik das Oberstenfelder Stift. Napoleon vermachte das begüterte Stift dem Hause Württemberg und sorgte gleichzeitig dafür, dass sein lebensfroher Bruder Jerome im Jahre 1805 mit der Äbtissin des Oberstenfelder Stifts Katharina vermählt wurde. Katharina war keine geringere als die Tochter von König Friedrich von Württemberg. Für die beiden Jungvermählten gründete Napoleon eigens das Königreich Westfalen.
 
1920 wurde das Stift aufgelöst und übernahm seit dieser Zeit vielfältige soziale und pflegerische Aufgaben. Heute steht im einstigen Garten des Stifts ein Kleeblatt-Pflegeheim und im historischen Stiftsgebäude sind betreute Wohnungen für Senioren und Behinderte entstanden.
 
Die romanische Stiftskirche zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten weit und breit.
 
Doch auch die 800 Jahre alte, über dem Tal der Bottwar thronende Burg Lichtenberg ist eine bemerkenswerte historische Sehenswürdigkeit. Sie wurde nie zerstört und ist damit eine der ältesten, vollständig erhaltenen staufischen Burganlagen nördlich der Alpen. Besonders der Kunstfreund wird an der Burgkapelle mit ihren Kostbarkeiten seine helle Freude haben. Freigelegte, sehr gut erhaltene Fresken als dem 13.Jahrhundert ziehen den Besucher ebenso in Bann, wie der grandiose Blick vom Bergfried ins Tal der Bottwar und weit darüber hinaus.
 
Aus längst vergangenen Tagen zeugt auch die auf einer Anhöhe gelegene Peterskirche, ein Kleinod romanischer Baukunst. Trotz der gotischen Veränderungen um 1400 lässt sich die frühere, um das Jahr 1100 entstandene romanische Chorturmkirche gut erkennen. Das Peterskirchle ist damit eine der ältesten Sakralbauten Württembergs und sie birgt einen Schatz romanischer Fresken. Diese um das Jahr 1300 entstandenen Fresken erzählen vom Leben und Sterben Jesu.
 
Doch auch der schmucke Ortskern des malerischen Fleckens Oberstenfeld mit seiner Galluskirche, dem stattlichen Fachwerkrathaus, seinen herausgeputzten Fachwerkhäusern und seinen verwinkelten Gassen ist einen Besuch wert. Heute leben in Gemeinde Oberstenfeld mit ihren Teilorten Gronau und Prevorst rund 8000 Einwohner und in Oberstenfeld finden rund 2000 Menschen Arbeit, insbesondere in der Produktion des Holzwerkstoffes Werzalit und beim Bau moderner Schaltgetriebe für die Automobilindustrie, aber auch in vielen mittleren und kleineren Unternehmen, vom klassischen Handwerker bis zum Hightech-Unternehmen der Medizintechnik. Als Arzt- und Facharztzentrum ist Oberstenfeld bekannt und die Ortsmitte mit ihrem breiten Handels- und Dienstleitungsangebot ist gern besuchter Treffpunkt für Jung und Alt.
 
Doch wie sollte es auch anders sein: Oberstenfeld ist aus guter Tradition mit dem Weinbau besonders verbunden. Hier lässt es sich gut leben und arbeiten und vor allem an Wochenende zieht es viele Ausflügler in den reizvollen Flecken im Tal der Bottwar und die weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannte Oberstenfelder Gastronomie ist längst schon kein Geheimtipp mehr. Und für den, der es gerne etwas sportlicher mag, dem bietet das tolle Mineralfreibad mit über 2500 m² Wasserfläche, seiner 100m Riesenrutsche, der spektakulären Steilrutsche, der Kinderrutsche, einer extrabreiten Familienrutsche, dem Riesentrampolin, dem Wellnessbecken und vielen weiteren Attraktionen ein erfrischendes Freizeitvergnügen in prickelndem Mineralwasser für die ganze Familie. Übrigens, ohne Parkplatzprobleme, denn über 1000 Parkplätze stehen direkt vor dem Freibadeingang bereit.
 
Auch sonst bietet die Gemeinde Beachtliches. Das moderne Bürgerhaus und der Stiftskeller sind heute Podium für Veranstaltungen aller Art. Doch auch mit der Lichtenbergschule, den guten Betreuungsangeboten, den vielfältigen Sporteinrichtungen, einer tollen Bücherei und als Arzt- und Gesundheitszentrum mit einem regen geschäftlichen Leben bietet die Landgemeinde am Rande des Landkreises Ludwigsburg ihrer Bürgerschaft eine hervorragende Infrastruktur, auch in Gronau und Prevorst. Und dass das Zusammenleben in Oberstenfeld funktioniert, zeigt sich in einem regen Vereinsleben und in einem breiten bürgerschaftlichen Engagement. Oberstenfeld ist mehr als nur einen Besuch wert.

Stiftskirche
Stiftskirche
Peterskirche
Peterskirche
Burg Lichtenberg
Fachwerkhäuser
Bürgerhaus
Mineralfreibad